Monkey Island & Floating Market
Ein Reisebericht - Teil 3 von Helmut Kremser
Abschiedsparty für Natt
Natt war schon bei der Gründung der Easy ABC-Sprachschule in Pattaya dabei. Ihr obliegt die Aufsicht und das Management. Nun hat Natt geheiratet und will nach Deutschland zu Ihrem Mann. Der letzte Arbeitstag war der 11.12.09. Chef Wolfgang Payer hat ihr zu Ehren das gesamte Personal zum großen Sushi-Essen eingeladen. Außerdem war für den nächsten Tag eine Bootsfahrt angesagt. Ziel ist eine Insel, die noch eine ganze Ecke hinter Kho Larn in den Himmel blickt. Pünktlich um 9.00 Uhr treffen wir uns vor der Schule um gemeinsam zum Bali Hai zu fahren. Der Hafen liegt unmittelbar hinter der Walking Street. Rauf auf den Kahn und trotz unruhiger See munter losgeschippert.
Blass und Nase grün
Raus aus der Pattaya Beach in Richtung Kho Maak, von Einheimischen und Touristen sinnvollerweise einfach nur Monkey Island betitelt. Höhe Jomtien Beach stoppt dann der Motor. Die Antriebswelle der alten Lady hat sich gelöst. Oh je, das kann ja heiter werden. Die Wogen schlagen recht heftig gegen die Bordwand. Dem außerordentlichen Wellengang und dem damit verbundenen Schaukeln treibt bei einigen eine vornehme Blässe ins Gesicht, vor allem das farbenfrohe Grün um die Nasengegend passt sich den Farben des Bootes an. Zum Glück dauert die Reparatur nur wenige Minuten, dann geht es weiter.
King Kongs Kinder
Nach gut zwei Stunden Fahrt sind wir am ersten Ziel, einer kleinen Insel mit flacher Landzunge. Aber nicht ein Äffchen ist zu sehen, wenn man mich mal ausnimmt. Also runter vom Schiff, laut rufen, ein wenig Lärm machen und siehe da; im Eiltempo kommen King Kongs Minikinder angestürmt. Klar, die wissen, jetzt ist Happa Happa Time. Sehr vorsichtig nehmen die kleinen Racker die begehrten gelben Früchte, die Wolfgang im Bali Hai gekauft hat, aus den Händen der spendenfreudigen Besucher. So absolut nicht menschenscheu setzt sich das eine Äffchen frecherweise sogar auf den Kopf einer Mitarbeiterin. Wie die von Ast zu Ast springenden Lebewesen in so zahlreicher Menge auf die Insel gekommen sind und wie lange sie schon dieses Territorium bewohnen war kurzfristig nicht in Erfahrung zu bringen. So schnell wie die Baumbewohner gekommen sind verschwinden sie auch wieder. Es gibt nichts mehr zu holen. Übrig bleiben nur Bananenschalen. Wie ein gewisser Mr. Big über die anscheinend endlos hohe Bordwand wieder auf das Boot gekommen ist, und zwar ganz ohne Leiter, ist ein anderes Kapitel.
Ein feudales Essen
Im Anschluss steuert Kapitän Ahab die gegenüber liegende größere Insel an. Hier in der Bucht beruhigt sich das Wasser ein wenig. Ein Zubringerboot bringt uns in kleinen Gruppen an Land. Beim Aussteigen wird in erhöhtem Maß das Organ in Anspruch genommen, was für den Gleichgewichtssinn zuständig ist. Der Strand ist einfach super. Feiner weißer Sand lädt zum Relaxen ein. Das Meer schreit förmlich nach einer feuchten Benetzung unserer Haut. Doch bevor wir uns in die Fluten stürzen ist ein Dinner angesagt. Alles, was so im Meer rum schwimmt, oder besser rum schwamm, kommt auf den Tisch. Tintenfisch und Jakobsmuscheln. Ein feudales Essen, Gaumenfreude hoch acht, Leckerlies vom Feinsten, zubereitet von erfahrenen Köchen, serviert vom aufmerksamen Personal und verputzt von hungrigen Mägen. Nach einem "Verdauungspfeifchen" wartet Neptun auf unseren Besuch. Alle haben sichtliches Vergnügen sich in die Gicht schäumende Brandung zu werfen. Alle? Nee, Dodo zieht es vor, an Land zu bleiben. Der warme Sand ist eine große Verlockung für ein Mittagsschläfchen.
Dankeschön, Dodo!
Irgendwann nachmittags ist es Zeit, an die Heimfahrt zu denken. Zum Abschied noch ein paar Fotos mit der Easy ABC-Crew am Strand, und die schlingernde Überfahrt zum Boot beginnt. Der Wellengang hat sich nicht beruhigt. Es wird langsam dunkel. Als wir in der Nähe der Jomtien Beach sind, erreicht die Sonne den Horizont des Meeres. Der Feuerball taucht die Skyline der Bucht in dunkles Purpurrot. Die Fenster der Hochhäuser reflektieren das Licht in geheimnisvoller Weise. Doch dieser Augenschmaus, der zum Träumen anregt, ist nur von sehr kurzer Dauer. Von einem Moment zum anderen ist es stockfinster. So sind alle froh, als wir in den sicheren Hafen einkehren. Ein erlebnisreicher, wundervoller Tag neigt sich dem Ende zu.
An dieser Stelle ein aufrichtiges und herzliches Dankeschön an Wolfgang Payer, von allen liebevoll Dodo genannt, für die Unterstützung und Hilfe während unseres Besuches im Seebad.

4 Regionen, ein Markt
Der folgende Morgen beschert uns einen Ausflug zu einer der neuen Attraktionen in der näheren Umgebung, dem Floating Market Pattaya. Er befindet sich etwa 6 Kilometer südlich der Urlaubsmetropole, auf der linken Seite in Richtung Sattahip. In 18-monatiger Bauzeit entstand auf dem Sumpfgelände, das trotz Baumaßnahmen vollständig erhalten blieb, ein 130.000 m² großer schwimmender Markt. Im November 2008 stürmten erstmals Besucher die auf Stelzen stehenden Wege und Häuser. Die Pavillons sind unterschiedlich gestaltet und bestehen aus Teakholz, das aus Gebäuden stammt, die inzwischen abgerissen wurden. Besonderen Wert wurde auf architektonische Originalität gelegt. Der Baustil vereinigt vier Regionen. Den Norden, den Süden, sowie Zentral- und Nordostthailand.
An 114 Boutiquen und Bistros kann man handwerkliche Kunst betrachten. Dazu gehören u.a. offene Werkstätten. Geschickte Hände schnitzen Figuren und Skulpturen aus einem Holzstück. An anderen Ständen werden bunt bedruckte Seide und Textilien angeboten. Köche bereiten leckere, preiswerte Gerichte. Maler lassen mit schwungvollem Pinsel fantasievolle Motive auf Schirmen und Leinwand entstehen. Der Töpfer töpfert Töpfe aus Ton, und die Souvenirjäger kommen da auch nicht zu kurz.
Im Zentrum des Marktes befindet sich eine größere Plattform. Hier werden mehrmals täglich die unterschiedlichsten Shows dargeboten: Thaitänze, Muay Thai Boxing, Schwertkämpfe - um nur einige zu nennen. Nebenan fidelt Kapitän Sparrow auf der Geige. Ein anderer entlockt den verschieden gefüllten Weingläsern lang gezogene Töne. Zur Erheiterung der Zuschauer trägt auch ein Zweikampf auf einem Baumstamm bei, der über dem Wasser aufgehängt ist. Die Kontrahenten beharken sich so lange mit Stangen, bis einer in die dunkle Brühe plumpst. Eigentlich werden beide nass, aber derjenige, der zuletzt die schmale glitschige Kampfbahn verlässt, der darf sich Sieger nennen.

Ein weiteres Highlight ist das kleine Museum. Mittig wacht der Elefantengott Ganesha. Rechts und links davon sind weitere Figuren, geschnitzt aus 200 Jahre altem Teakholz. Selbstverständlich darf die Bootsfahrt nicht fehlen, die etwa 30 Minuten dauert. Gern hält der Bootsführer Seite an Seite an anderen Booten oder Stegen kurz an. Gelegenheit, um kühle Getränke oder frisches Obst zu kaufen. Inzwischen besuchen Tausende von Gästen aus Thailand und anderen Nationen den Markt bei freiem Eintritt. Parkplätze sind reichlich vorhanden. Wer nicht mit dem Moped oder dem Auto kommen möchte, nimmt den Zubringerbus für 30 THB. Die Station ist in der Second Road vor dem Pattaya Festival Center.
Für die Öffentlichkeitsarbeit dieses einmaligen Marktes ist der deutsche (Ex-) Schauspieler Klaus Jürgen verantwortlich. Von Anfang an ist er mit dabei. Das Einbringen und Umsetzen eigener Ideen, sowie die Beratung der Geschäftsleitung sind seine spezielle Rennstrecke. Weitere Informationen gibt es auf der Website:
Zum Schluss noch ein Hinweis an Familien: Kleinkinder sollten wegen fehlender Geländer, besonders bei erhöhtem Besucherandrang (Wochenende), an die Hand genommen werden. Das Wasser ist zwar nicht tief, aber sicher ist sicher.
Monster aus der Urzeit
Gegenüber dem Floating Market hat der Dinosaurierpark seine Heimat gefunden. Die verschiedensten riesigen aus Stein gefertigten Monster der Urzeit sind hier zu sehen. Öffnungszeit ist von 8 - 17.30 Uhr. Da der Manager dieser Anlage zur Zeit unseres Besuches nicht anwesend war, und das Mädel an der Kasse nur für die Eintrittsgelder zuständig ist, waren nähere Details und Infos leider nicht zu bekommen. Ein Rundgang durch die Welt dieser imposanten Giganten von einst ist aber besonders für die Kinder ein unvergessenes Erlebnis.
Monkey Island














Floating Market









